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Der Herbst 89 war sehr aufregend und sehr verwirrend für mich. Für vieles was ich in dieser Zeit erlebt habe, habe ich Jahre gebraucht um es richtig zu verstehen und einzuordnen.Da sind so viele Einzelerlebnisse und Geschichten, dass ich gar nicht weiß, welche ich erzählen soll und welche nicht. Oder doch alle zusammen? Sind es sie überhaupt Wert, erzählt zu werden?
Im Herbst 89 habe ich gerade meine Ausbildung angefangen und wohnte ab September nicht mehr zu Hause in Eisenach, sondern in einem Lehrlingswohnheim der Deutschen Post in Erfurt. Hier hatte ich zum ersten mal seid langer Zeit das Gefühl, freier leben zu können, als zu Hause bei meinen Eltern, aber eben auch unfreier.
So konnte ich meine Freizeit nun besser so verbringen wie ich das wollte und mit wem ich das wollte, auf der anderen Seite gab es für das Wohnheim und für die Begrenzung klare Regeln und stärkere Strafen bei Nichteinhaltung. Ich erinnere mich noch an heftige Probleme wegen falschen Outfits in der Wohnheimsdisko, oder an die Standpauken wegen überzogener Ausgänge, oder wenn raus kam, dass ich eine Nacht nicht im Wohnheim war. Dies alles führte trotz dem Wandel und der Wende auch im späten Frühjahr 1990 dazu, dass ich aus dem Wohnheim ausziehen musste. In diesem Herbst hatte ich viel Kontakt zu verschiedensten Personen und Personengruppen. Da ich persönlich Punkmusik liebte und ebenso Gothic („Gruftie"), verkehrte ich zum größten Teil mit diesen Leuten in Erfurt, Weimar und Eisenach. Aber auch über eine gute Freundin in meiner Heimatstadt Eisenach fand ich Interesse an den Künstlerkreisen und hatte interessante Ansichten und Meinungen erfahren, mit denen ich mich so noch nicht beschäftigt hatte. Ich bekam das erste Mal mehr über Inhalte und Menschen bei den Montagsdemos mit.Parallel interessierte es meinen Vater, wer denn so auf diese Demos geht in Erfurt, speziell aus meinem Wohnheim, und was die so erzählen. Spätestens hier wurde mein Interesse an diesen Demos noch deutlich verstärkt und ich beschloss selber hinzugehen, um mir ein Bild machen zu können.
So begann ich also Ende September / Anfang Oktober 89 nicht mehr nur durch mein Punk sein, durch meine Musik und deren Texte die ich mochte, sondern auch durch Gespräche mit Leuten innerhalb und außerhalb dieser Szene und auch durch klare Aktionen wie das regelmäßige besuchen der Demos in Erfurt, meine Ansichten zu zeigen und zu vertreten. Diese waren dort immer donnerstags auf dem Domplatz und zogen anschließend durch die Stadt. Ich erinnere mich an einen halb vollen und noch leereren Domplatz, bis hin zu einem völlig überfüllten Platz, der für die Menschenmassen nicht ausreichte. Es gab deutliche Veränderungen auch in den Parolen und Sprüchen die gerufen wurden. Von „Stasi in die Volkswirtschaft", welcher heute selbst in den ganzen Filmen immer zu kurz kommt und nicht erwähnt wird oder „Neues Forum zulassen", zum klassischen: „Wir sind das Volk" bis zu „Wir sind ein Volk"am Ende des Jahres. Dabei standen immer wieder auffällig am Straßenrand die Herren in auffälligem Zivil. Mit Fotoapparaten, und teilweise kann ich mich noch erinnern, dass irgendwann Demozüge, als sie schon deutlich leerer wurden, oft die Kerzen in den Senfbechern oder mit den Senfdeckeln ( um die Händevor dem Wachs zu schützen) , runter gebrannt waren, durch eine Polizeikette gestoppt wurden, welche mit untergehakten Armen die Strasse versperrte und dahinter standen die LKW`s mit denen sie entweder selber gekommen waren, oder welche möglicherweise für unseren Abtransport bereitstanden. Da gingen einem schon verschiedenste Gedanken durch den Kopf. Ich fragte mich beim ersten mal auch, was ich nun machen sollte. Schnell verschwinden und kuschen, oder stehen bleiben, um einfach den stehen bleibenden Rest nicht auszuliefern, wenn zu viele gehen. Und so blieb ich stehen und es passierte meist nicht viel, außer das die Demo dann aufgelöst wurde und die Leute gehen konnten. Was einzelnen, die hinterher als Anführer galten passierte, kann ich allerdings nicht sagen. Nur weiß ich, dass viele von Ihnen, wenn nicht alle, auf der nächsten Demo wieder da waren.Es war eine interessante Zeit. Ich habe über meine Erfahrungen, die ich als Punk gemacht habe, gelernt, alles zu hinterfragen, mir nicht alles von oben vorsetzen zu lassen und mir meine eigene Meinung zu bilden. Trotzdem zählte ich vor diesem Herbst zwar zu kritischen aber nicht grundlegend ablehnendenoder ausreisewilligen Menschen.Ich habe zu dieser Zeit kaum einen Gedanken daran verschwendet, die DDR für immer verlassen zu wollen, aber ich wollte schon, dass sich das ein oder andere verändert. Zum Beispiel, was Toleranz, Freiheiten und Meinungsfreiheit angeht. Auch war ich aus eigenen Erfahrungen mit dem Briefverkehr ins westliche Ausland an Grenzen gestoßen und war klar für Veränderungen hierbei. Sollte doch jeder schreiben können in den Westen. Deswegen ist man doch erstmal kein Staatsfeind gewesen. Aber wenn sogar Briefe nach Frankreich, an Schüler von 13, 14 Jahren damals nicht mehr zugestellt wurden und stattdessen der eigene Vater, obwohl man die Briefpartner in der DDR auf offiziellen Austauschweg kennen gelernt hat, nach Hause kommt und einem Ärger deswegen macht, dann war das ein unhaltbarer Zustand. Erst recht wenn man bedenkt, dass er nicht einmal etwas wusste von dem Briefverkehr, er alsoauf anderem Weg davon erfahren haben musste. Und es in den Briefen eben um das ging, was man mit seinem Schulfranzösisch schreiben konnte, wie das Wetter, das baldFerien sind, das man in die und die Klasse geht und so und so viele Geschwister hat......Oder das man sich als Punk nicht frei bewegen durfte auf der Strasse, es immer wieder Hausverbote, nur aufgrund des Äußeren gab oder Freunde schon mal nachts abgeholt wurden zu Verhören, nur weil irgendwer etwas an eine Wand geschrieben hatte. Oder die Tatsache, das einen die Polizei stundenlangfesthielt, wenn jemand sie gerufen hatte, weil eine Party stattfand, die halbe Wohnung zerstört wurde und man dabei mit den Händen an der Wand zuhören musste wie einer der Freunde zusammengeschlagen wurde. Dann konnte man auch nicht mehr alles befürworten. Im Herbst 89 bin ich dann ins Neue Forum eingetreten. Irgendwann bekam ich mit, wo sich ein Büro gebildet hatte und meldete mich an. Zu dieser Zeit lernte ich noch im Oktober auch die Band „Naiv" aus Erfurt kennen, welche mir musikalisch gefielen. Es war auf einer Fete der „Deutschen Post" im Gebäude auf dem Anger. Dieser Abend ist mir aufgrund diverser verschiedener Erlebnisse noch lange im Gedächtnis geblieben. So hatte ich das erste mal doch mehr Kontakt mit rechtsextremen Skinheads gemacht, von denen ich bis dahin nur am Rande etwas mitbekam, oder eben nur aus Erzählungen anderer.Und auch an das fast erwischt werden in fremden Zimmern ( auch noch im falschen Aufgang der Mädchen) im Lehrlingswohnheim, ist mir für immer im Gedächtnis. Zu dieser Band suchte ich den Kontakt zwischen Ihren Blöcken, die sie an diesem Abend spielten. So erfuhr ich von weiteren Gigs innerhalb dernächsten Wochen und nahm mir vor, dort hin zu gehen. So war es ein Einstufungskonzert, auf dem ansonsten in einem Saal mit Säulen und Empore, an diesem Abend nur Metalbands spielten. Es war trotzdem ein netter Abend für unseren Punktisch. Nur wenige Tage später sollten sie schon wieder in Erfurt spielen. In der Engelsburg. Einem Studentenclub, welche man oft und gerade wenn die so genannten anderen Bands spielten, nur mit Studentenausweis betreten durfte. Also verabredete ich mich an diesem 3. November schon am Nachmittag mit der Band vor dem Laden. Ich wollte ihnenhelfen beim Aufbau der Technik und später Abbau und dafür eben, als zur Band gehörig, mit Einlass finden. So geplant und in Vorfreude machte ich mich an diesem Tag auf den weg nach Erfurt. Die Wochenenden verbrachte ich ja normalerweise noch zu Hause, da von Freitagmittag bis Sonntag das Wohnheim geschlossen war. Dort angekommen hatte ich fast 2 Stunden in klirrender Kälte gewartet, da wir keine feste Zeit ausgemacht hatten und die Band sich auch noch in ihrem Zeitplan verspätete.Es klappte super, ich half beim tragen und Aufbau der Technik und war in dem Club drin. Hatte sogar kostenlos Bier. Und konnte bei den Blöcken gut Pogo tanzen, welchen die Band spielte. Sie hatten sogar einen neuen Song im Gepäck, welcher hier "Wir bleiben hier" und sich damit beschäftigte, das man eben im Land Veränderungen machen wollte, anstatt zu gehen, was in Gesprächen auch alsehrlichere, bessere Lösung angesehen wurde. Ein stumpfes Abhauen in den Westen wurde bei vielen Leuten, mit denen ich damals zu tun hatte und mir selber auch, als zu feige einfach abgetan. Wichtiger waren eben, Veränderungen im eigenen Land voranzutreiben, damit es allen besser geht.Nachdem die Band fertig war und die Anlage abgebaut war, verabschiedeten wir uns und ich lief die paar Kilometer zum Bahnhof.. Mittlerweile hatte es auch noch angefangen zu regnen und es war ein echt mieses Wetter, aber es war egal, ich hatte einen schönen Abend gehabt, habe der Band sogar ein Tapegegeben, welches sie mir mit ihren Songs bespielen sollte und ich wollte es wenig später bei einem von ihnen abholen. Auf dem Weg begegneten mir noch einige deutschtümelnde Volltrunkene, welche meinten, Ärger suchen zu müssen. Doch das ganze ging friedlich ab und ich kam heil am Bahnhof an. Da derletzte normale Zug weg war, fuhr nur noch ein Nachtzug, welcher im Transitverkehr verkehrte. Aber das war mir egal er hielt auch in Eisenach und so war ich noch in der Nacht zu hause, anstelle bei Freunden in Erfurt zu übernachten. Aufgrund der Party, des Bieres und des langen Fußmarschesschlief ich allerdings nach etwas über der Hälfte der Zugfahrt kurz hinter Gotha ein. Ab und zu blinzelte ich mal nach draußen, denn sehr tief war mein Schlaf zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dies änderte sich erst kurz vor Eisenach. Als der Zug hier wieder anrollte wurde ich vom Nachklingen der Bahnhofsdurchsage (oder weil mein Tape im Kassettenrekorder zu Ende war) wach und sprang gerade noch so aus dem anfahrenden Zug auf den Bahnsteig hinaus. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich mit meiner Army-Flecktarnhose, der bemalten Lederjacke, dem rasiertem Iro und den Stiefeln passiert wäre, wenn ich erst auf dem Stück nach Eisenach wachgeworden wäre, welches schon in der Sperrzone zur Grenze lag. Hier durfte man sich ja nur mit Sondergenehmigung aufhalten. Vermutlich hätte ich noch eine Anzeige und Haft wegen versuchter Republikflucht bekommen. Zumal ein Bekannter von mir erst kurz vorher wegen selbigen verhaftet wurde und eine Exfreundin mit ihren Eltern im Jahr davor über einen Ausreiseantrag aus der DDR ausgereist waren. Nach diesem Schreck, war ich sofort nüchtern undhellwach und besorgte mir auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause unterwegs noch schnell an einem Konsum eine Milch zum Frühstück, da am Lutherdenkmal um diese Zeit keiner mehr anzutreffen war. Hier sammelte sich abends alles was alternativ war, um gemeinsam zu feiern. Punks, Grufties, Blueser ... . Oft bis fast zum frühen morgen, doch bei dieser Kälte war es eher der Treff und Sammelpunkt und gefeiert wurde wo anders. Wie Gartenlokale, Wohnungen, Hinter der Kirche oder in einer Kneipe in Neukirchen bei Eisenach.zu Hause angekommen schlief ich 2 oder 3 Stunden, um mir anschließend die Übertragung der Demonstration in Berlin anzusehen. Diese wurde ja um neun Uhr im DDR Fernsehen live übertragen.In der Woche danach hatte ich eine ganz normale Arbeits- und Partywoche. Wie immer. Doch als ich am Freitagmittag Feierabend hatte und am Bahnhof ankam um, wie üblich nach Hause zu fahren, war der Bahnhof deutlich belebter alssonst. Auch auf der Fahrt viel mir auf, dass plötzlich in kleinen Dörfern lange Schlangen an verschiedenen Gebäuden standen. Zu Hause erfuhr ich dann im Fernsehen, dass die Mauer auf ist. Im Wohnheim hatten wir das nicht mitbekommen, da wir kein Westfernsehen sehen konnten und die Nachrichten im DDR Fernsehen keinen interessierten. Daher war der Fernsehraum abends auch meist leer oder es wurde erst zum Film eingeschaltet.In Gesprächen mit Freunden und Bekannten beschloss ich, mir im Laufe der Woche mein Visum zu holen und am nächsten Wochenende auch mal in den Westen zu fahren, um mir das alles mal aus der Nähe anzusehen. Also machte ich michmit einem Bekannten am Mittwoch nach der Arbeit auf den Weg zur Pass- und Meldestelle. Nachdem wir den Stempel hatten und noch schnell mal in den Intershop wollten mit unserem „Zwangsumtausch", war der Geldbeutel auch schon wiederleer. Ich hatte mir ein großes Poster und eine Dose Cola und `ne Kleinigkeit für meine kleine Schwester geholt.Auf der Heimfahrt am Freitag überlegte ich die ganze Zeit, wie ich meinen Eltern erkläre, dass ich am nächsten Tag in den Westen fahren wollte. Doch zu Hause angekommen überschlugen sich die Ereignisse. Hatte ich doch Angst vorder Diskussion, mit meinem staatstreuem Vater wegen meines Vorhabens, wurde ich von meiner kleinen Schwester begrüßt mit den Worten: „Jan wir waren diese Woche im Westen". So erfuhr ich, dass mein Vater mit dem Rest der Familie schon am Mittwoch in Bebra zum einkaufen war und der Kühlschrank mit diversen Sachen wie Bauer Joghurt gefüllt war. Naja, so war es also leichter zu sagen, dass ich am nächsten Tag dorthin fahren wollte. Nein ich erfuhr sogar noch wie man am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann, dass der Bus (Sonderlinie) besser sei als der Zug...Und so machte ich mich am nächsten Tag auf, um mir das alles einmal real anzusehen. Am Bahnhof war es schon ein komisches Gefühl, einen Bus zu besteigen, welcher plötzlich ein Ziel in Westdeutschland hatte. Am Grenzübergang bekam ich ein beklemmendes Gefühl und es war richtig unheimlich, nun über die eigentlich immer und ewig verbotenen Grenzanlagen zu fahren. Dieses Gefühl verließ mich eigentlich erst wieder, als ich diese wieder auf dem Weg nach Hause überquert hatte und wieder in der DDR war. In Herleshausen angekommen, waren alle Geschäfte und die Post nochgeschlossen, also vertrieb ich mir an diesem frühen Morgen auf dem Lande die Zeit mit ein bisschen Ortsbesichtigung, um anschließend mein Begrüßungsgeld abholen zu können und weiterfahren zu können. In Eschwege, welches an diesem Tag als nächstgrößere Stadt mit guter preiswerter Busverbindung mein Ziel war, schämte ich mich teilweise echt ein DDR Bürger zu sein. So wie sich meine Landsleute hier in der Innenstadtteilweise aufführten und sich mit Bananen und Orangen beschenken ließen und sich dafür fast noch schlugen. Nur, um so viele wie möglich ab zu bekommen. Dabei hatte doch jeder Geld. Wenn er Bananen wollte, dann konnte er sich doch welche kaufen gehen. Ich habe mich schon beim Abholen des Geldes komisch gefühlt, aber wenn man es nun einmal bekam, warum sollte man dann drauf verzichten.Nur muss man sich dann nicht noch so erniedrigen und bettelnd und gierig auftreten. So viel Stolz sollte man haben, um sich dann mit eben jenem Geld diese Dinge selber zu kaufen.Ich jedenfalls, fand dieses Gefühl besser, als mich dort anzustellen, um mir armen Ossi Bananen und Orangen schenken zu lassen. Vieles was ich heute bin, wie ich an Dinge herangehe und, dass ich ständig alles hinterfrage und mir gerade politisch nie eine feste vorgefertigte Meinung vorsetzen lasse, dass es sich lohnt, auch einmal zu kämpfen und sei es auch gegen scheinbar übermächtige Gegner oder Obrigkeit, habe ich aus diesem Herbst 89 mitgenommen. Keine Zeit meines Lebens hat mich so sehr geprägt wie diese, und an kaum eine Zeit habe ich noch so viele Erinnerungen, wie an diese Zeit von 89 bis 90. Es wäre noch viel zu erzählen, wie erste Hausbesetzungsversuche in Gotha, Konzerte in Kirchen und Hinterhöfen, Ein erster Ausflug zu einem Festival nach Hessen ganz ohne Westgeld, Konzerte von Udo Lindenberg und Wolf Biermann, kurze Zeit später im Januar 90. Aberauch viele Erlebnisse durch das Aufkommen rechtsextremer Auswüchse des neu entstandenem Nationalgefühls der Deutschen. Erste freiere Bewegungsmöglichkeiten im Herbst 89 für die alternative-, Punk-oder Künstlerszene der DDR, welche nun öffentlicher agieren konnte und erste Zeitungen gründeten. Anfang 1990 der Besuch Helmut Kohls in Erfurt und den lustigen Begleitkommentaren und Anekdoten, wie von Leuten, wie WolfgangSchnur, der hier gegen Stasi wetterte und später selber als IM enttarnt wurde, der gegen die Alternative, autonome Ecke pöbelte mit dem Spruch: die Linken Störer aus der rechten Ecke. Und einem Leben, welches trotz allem für viele Jahre aus den Fugen geriet. Einem Leben, welches sich erst nach vielen Jahren an das Leben in einem ganz anderem System, als das in der Kindheit und Jugend gewöhnte und sehr spät erst wirklich sich zurechtfand. Und welches noch heute, unter vielen daraus entstandenen Situationen und Folgen zu kämpfen hat. Aber auch einem Leben, welches von Kampfgeist und nicht unterkriegen lassen geprägt ist. Ein Leben, welches Rückschläge immer wieder als Chance erkennen kann, um weiter zu kommen. Wenn auch manchmal erst im nachhinein. Davon, noch immer stolz zu sein, das alles erlebt und mitgestaltet zu haben, ohne dabei nostalgisch sein zu müssen oder zu wollen.Es gibt vieles, was einem einfach nicht mehr genommen werden kann und was sich noch heute als Vorteil zeigt. Dazu zähle ich, nicht unterkriegen zu lassen, immer hinterfragen, unabhängig von Regeln und Normen sein Leben sozu leben, wie man sich selber wohl fühlt und wie man es vertreten kann. Sich nicht alles gefallen lassen zu müssen, nur weil es offiziellen Charakter hat. Und allem voran, aus wenig etwas zu machen, immer bereit zu sein, zu improvisieren.
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