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Im Herbst 1989 war ich 40 Jahre alt, also eigentlich war familiär und auch Job mäßig alles wie ich meinte im "grünen Bereich".
Das heißt: 1. Ich war seit 1970 verheiratet und wir hatten 2 „wohlgeratene" Söhne. 2. Ich hatte mein ABI, 3 Jahre FH-Studium zum Dipl.-Ing. Nahrungsmitteltechnologe 3. Seit 1971 war ich tätig als: - 15 Jahre Hauptmechaniker - Obst- und Gemüseverarbeitung - 1 Jahr Produktionsleiter - Kaninchenschlachtung - 3 Jahre FGL Investionen - Getreidehandel und Kraftfutterwerk
In den Betrieben herrschte das „Mangelsystem", kaum Ersatzteile für Maschinen und Anlagen. Reparaturen waren mit viel Stillstand Zeiten verbunden, weil es oft bereits an der Verfügbarkeit einfacher Schrauben usw. haperte. Improvision war gefragt, wie zum Bsp. verschlissene Wellen aufschweißen und dann wieder abdrehen, damit die Maschine wieder lief. An größere Investionen war kaum zu denken, nur Flickwerk und wenn doch, kam dann irgendwann bestimmt die Nachricht „gestrichen wegen LVA" (Armee).
Das war die Realität, wir hatten uns bereits damit eingerichtet und damit gelebt. Der zwischenmenschliche Bereich im Betrieb war unserer Überzeugung nach in Ordnung. So haben wir das empfunden, „Stasi" war kein Thema, denn keiner hatte in meinem Umfeld damit Probleme. Das „Mangelproblem" in den Geschäften, na gut es gab nicht immer das, was man sich eingebildet hatte, aber wir nahmen es nicht tragisch.
Hungern brauchte keiner und was ordentliches anzuziehen hatten wir auch, wir waren eben auch flexibel und erfinderisch. Der Urlaub über die Gewerkschaft war für eine Familie mit 2 Kindern erschwinglich in der DDR. Wir hatten durchweg sehr schöne Urlaubsplätze und ins Ausland, selbst ins sozialistische, zog es uns nicht. Es gab natürlich auch Fälle, da hatte der private Vermieter wahrscheinlich vorher „Schweine" dort gehalten und bloß schnell umgebaut, die Gewerkschaft hatte nicht ordentlich geprüft und das wars.. Ich, wie eigentlich die große Mehrheit in der DDR, wollten Reformen keine Wiedervereinigung. Bei den „großen Demonstrationen" waren wir nicht dabei und wir haben ehrlich gesagt auch die nicht verstanden die geflohen sind. Geflohen sind und ihre Kinder einer großen Gefahr ausgesetzt haben. Abhauen, das kann es doch nicht sein, dachten wir.
Das es eine Wiedervereinigung der BRD mit der DDR geben könnte, da hat keiner nur im entferntestens daran geglaubt, zu unterschiedlich waren die Systeme. Eine Wiedervereinigung war nur möglich, weil die DDR „Pleite" war und die BRD auf hohem Niveau auch „am Ende".
Das war für mich der Herbst 1989, danach kam nicht so viel Gutes auf mich zu bis heute, aber die DDR obwohl Sie 40 Jahre meines Lebens war, würde ich nicht zurück haben wollen aber auch nicht verleugnen.
Rita Kabelitz
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