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Der 9. November 1989 ging an mir vorüber - ich erfuhr erst zwei Tage später von den Ereignissen. Ich flog am 9. November mit einer Reisegruppe vom Flughafen Leipzig-Schkeuditz (so hieß er damals) mit einem etwas ehrwürdigen Flugzeug nach Simferopol. Nach mehrstündiger Busfahrt kamen wir bei Mondschein in Jalta an - Wunderbar! Im Hotel „Oreanda" wohnten wir herrlich und in Freuden, es fehlte an nichts. Das Hotel liegt direkt am Schwarzen Meer und am nächsten Tag waren wir natürlich am Strand. Zum Basar lockten uns dann fremde Düfte. Auf der Strandpromenade zeigten sich die Kriegsveteranen und trugen stolz ihre sämtlichen Orden.
Den einheimischen Menschen ging es aber lange nicht so gut wie uns - die Angebote in den oft schönen Läden waren dürftig.
Also am zweiten Tage abends in der Speisehalle hieß es plötzlich: „In Berlin ist die Mauer offen". Wir sausten auf unser Zimmer und kurbelten am Fernseher. Es gab nur Moskau. Unsere Geduld wurde ziemlich auf die Probe gestellt durch endlose Referate in der Sprache Lenins. Aber irgendwann kam dann doch mit viel Geflimmer und in grau/weiß ein Bild: „Mauerspechte" und eine Platte wurde herausgehoben. - Krimsekt! -
Ich erinnere mich an den Verzweiflungsausbruch eines Berliner aus unserer Reisegruppe - ausgerechnet jetzt war er nicht in Berlin! Nach vereinten Bemühungen von Reiseleiter, Väterchen Staat und Mütterchen Russland konnte er einen Tag eher als vorgesehen zurückfliegen.
Unsere freundliche Dolmetscherin gratulierte uns, sie glaubte die Entwicklung vorauszusehen. Im Gegensatz zum Hinflug gab es beim Rückflug überhaupt keine Kontrollen - wir wurden nur durchgewinkt und stürzten uns auf die Zeitungen.
In Jalta war ich zudem glücklicher Besitzer eines gesuchten Buches geworden. In der DDR Mangelware, lag dort die deutsche Ausgabe in der Buchhandlung.
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