Mein Herbst 89 - Erlebnisberichte
 
Eine Aktion von
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Schirmherr der Aktion
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BM Wolfgang Tiefensee
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Heinz Drigalla: Ein Wendegeschenk für DDR Wendekarikaturen

Nur unpolitische Karikaturen zeichnete ich ab 1958 als Autodidakt für die DDR-Presse bis zur Wende 1989. Ab 1970 betrieb ich mit meiner Frau einen Möbellackierer-Handwerksbetrieb in Meißen und dieser hatte zur Straße hin ein Schaufenster. Das DDR-und auch das BRD Fernsehen berichtete ab 1989 laufend über das politische Geschehen in der DDR. Dazu hatte ich die Idee, dieses Geschehen in jeweils vier Bildern auf Karton mit meinen Wendekarikaturen im Schaufenster auszustellen. Auch in Meißen demonstrierte das Volk am Abend auf der Straße und rief „Wir sind das Volk – Keine Gewalt!“, denn am Tag wurde in den volkseigenen Betrieben noch gearbeitet. Das Meißner Volk guckte und feixte über meine Karikaturen im Schaufenster, aber die DDR Polizei und die SED-Genossen gingen anfangs blicklos vorbei. Eines Tages standen zwei große junge starke Kerle in der Nähe und beobachteten die Szene, sicher noch Stasileute. Sie konnten mich allerdings nicht mehr greifen, aber zu DDR Zeiten hätten sie mich gegriffen.

Plötzlich rief mich der Kreisredakteur der Meißner „Sächsischen Zeitung“ an, denn meine Karikaturen im Schaufenster zeigten Resonanz. So zeichnete ich dann auch Wende Karikaturen für diese Meißner Redaktion.

Im Januar 1990 kam in meine Werkstatt in Meißen eine Oma mit ihrer 20jährigen Enkelin aus Westdeutschland und fragte, ob ich diese Karikaturen im Schaufenster auch verkaufe, die Enkelin hätte diese im Schaufenster schon fotografiert, da sie selbige sammle. So schenkte ich der Enkelin zwei Karikaturen auf Karton und der Oma gab ich eine. Als Dankeschön dafür, schenkte mir die Enkelin ein Päckchen Westkaffee, das bei uns im Delikatgeschäft 50 Mark kostete.

Von den in der SZ veröffentlichten über 100 Karikaturen ließ ich in einer privaten Druckerei

1500 Hefte drucken mit dem Titel „Verzeihung Revolution“. Dieses Heft erhielt 1994 bei dem Wettbewerb der Landeszentralen für politische Bildung Sachsen und Baden Württemberg einen Sonderpreis.

Übrigens: Ich besitze noch 5 Hefte und werde diese selbst mit Computer, Scanner und Drucker weiter vervielfältigen, denn selbige sind sehr gefragt, besonders auch bei Westdeutschen, die damit erkennen wie die DDR-Revolution wirklich war.


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Karikaturist Heinz Drigalla.

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Deckblatt des Karikaturenheftes.

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"Später wird man behaupten, dass wir auf dem Umweltsektor in der DDR gar nichts getan haben!"