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Johannes Zybarth: Ein Schleswig-Holsteiner auf einer Montagsdemo |
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Als Schleswig-Holsteiner war ich ebenfalls an der Montagsdemo in Leipzig beteiligt, auch wenn ich schon damals im Westen wohnte. So habe ich immer versucht in den Jahren nach dem Mauerbau eine Einreiseerlaubnis zu bekommen. Im Frühjahr 1989 bot sich mir die Gelegenheit, als Mitglied des DGB Arbeitsausschusses Arbeits- und Betriebssicherheit, eine Reise in den Bezirk Leipzig zu beantragen. Etwa die Hälfte der Antragsteller wurde wie erwartet abgelehnt. Mit Glück bekamen wir drei Pönitzer eine Genehmigung. Nachdem wir über Intourist die Reise bezahlt hatten, bekamen wir den Termin. Zufällig vom 02.10. bis 07.10.1989. Schon an der Grenze nahm unsere Gruppe die Begleitung (die Stasi) in Empfang. Nach dem Einchecken im Hotel Astoria in Leipzig sollten wir zu einer Info in der Stadt, aber uns kam die beginnende Demo in die Quere, der wir uns anschlossen und kräftig „Gorbi, Gorbi“ mitriefen. Angst machten uns nur die in den Nebenstraßen stationierten Vopo Einheiten mit voller Bewaffnung. Beim Frühstück am folgenden Tag hatten wir einigen Zoff mit der Stasi, denn die Pönitzer Kollegen hatten vorher die Thoma-Kirche besucht und die Blumen-Briefe gelesen, worauf Angehörige gesucht wurden.
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