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Christa Burgstaller: Neustart in Bayern und Heimkehr in den Osten |
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Im Oktober 1989 feierte ich meinen 50. Geburtstag in Dresden. Meine neu eingerichtete Betriebswohnung gehörte zur Poliklinik Dresden-Löbtau. Dort war ich als Sekretärin des Chefarztes tätig. Ich bekam ein Nettogehalt von 1050 Ostmark, davon zahlte ich 50 Mark Miete! Ich hatte also ein gutes Auskommen. Montags bin ich immer mit der Straßenbahn zu meiner Schwester in die Innenstadt gefahren, in diesem Herbst musste ich laufen, weil keine Bahn fuhr. Ich erinnere mich noch gut, dass mich diese Demos beunruhigten. Als fünfjähriges Kind sind meine Eltern und ich in Dresden ausgebombt worden. Ich habe den Krieg und die nachfolgende Hungersnot erlebt. Zum Westen hatte ich erst nach der Wiedervereinigung eine Beziehung. Für mich kam die Wende rechtzeitig, weil zwei meiner vier Kinder einige Monate zuvor nach Baden-Würthemberg übergesiedelt waren. Das Weihnachtsfest '89 konnten wir nun gemeinsam in Karlsruhe feiern. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben im Westen und erfreut, dass meine Kinder schon Fuß gefasst hatten. Im September 1990 begann ich selbst einen Neustart in Bayern. Mein Arbeitsplatz in der Poliklinik war nicht mehr sicher. Als Sekretärin im Kreiskrankenhaus Starnberg war ich bis zum Eintritt in den Ruhestand tätig. Während dieser Zeit lernte ich Bayern und einige ferne Länder kennen, das war echt toll. Meinen 60. Geburtstag feierte ich einmal dort und ein zweites Mal in meiner Heimatstadt Meißen. Bei der Gelegenheit fand ich meine jetzige Wohnung und kehrte zurück - weil: Ob Osten oder Westen, in der Heimat ist es am Besten! Nun, da ich Zeit habe, fehlt mir das Geld zum Reisen! Mit meiner „Ostrente" (mir fehlen acht Berufsjahre, die ich der Erziehung meiner Kinder gewidmet habe, nur die Jüngste war in Hort und Kindergarten) kann ich keine großen Sprünge machen, bin aber zufrieden und froh, dass meine Kinder hier wie dort in ihren Berufen tätig sind. Ich wünsche uns allen eine friedlichere Welt!!!
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 Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Matthias Erler
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