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Ich war gerade 61 Jahre alt geworden, da brodelte es in der damaligen DDR. Um aber meine Erlebnisse verständlich zu machen, muss ich etwas ausholen.
Am 1.10.1945 wurde ich als Hitlerjunge mit 16 Jahren verhaftet. Am 1. Februar 1947 ging es in Viehwagen in Richtung Osten. Nach 35 Tagen Eisenbahnreise haben wir das Ziel Prokojewsk erreicht (Sibirien, nahe Starikusnetz). Sibirien. Gulag.
Lange nach meiner Rückkehr in den fast 40 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit im selben Betrieb wurde ich natürlich mehrfach aufgefordert, der SED oder Kampfgruppe beizutreten, um die Republik DDR zu schützen. Um aber den laufenden Belästigungen zu entgehen, entschied ich mich, der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten. Hier war unser Motto: Retten, Helfen und Schaden abwenden. Das wollte ich und habe es bis zur Wende getan. Da ich in den vielen Jahren bei der Feuerwehr tätig war und einige Ausbildungen gemacht hatte, durfte ich die Kinder von 10 - 16 Jahren für eine menschenwürdige Sache begeistern: den Brandschutz.
Im Oktober 1989 wurden auch hier immer mehr Demos durchgeführt und es führte dazu, dass auch ich den Auftrag bekam, zur Bekämpfung dieser Demos mit den Kameraden unserer FFw einsatzbereit zu sein. Als Leiter für Ausbildung und Einsatz unserer FFw und stellvertretender Wehrleiter habe ich diesen Befehl abgelehnt mit folgender Begründung:
Bereits bei den Verhören 1945 musste ich unterschreiben, niemals wieder eine Waffe gegen friedliche Menschen zu richten.
Erst an diesen Tagen haben meine Kameraden der FFw aus meinem Mund das von mir Erlebte erfahren und meine Entscheidung unterstützt. Und auch, dass ich nach dem 17. Juni 1953 nochmals zum Verhör bei der NKWD antreten musste. – Fast 40 Jahre musste ich schweigen!
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