Mein Herbst 89 - Erlebnisberichte
 
Eine Aktion von
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Schirmherr der Aktion
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BM Wolfgang Tiefensee
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Jobst Gärtner: Die letzte Demo

Werte Damen und Herren.
Ja, der Herbst 1989 waren sehr bewegende Momente, Wochen und Tage. Es geschah täglich unglaubliches, unfassbares. Ein bis unter die Zähne bewaffnetes Regime wurde durch das unbewaffnete vollkommen friedliche Volk gehetzt und hob es aus den Angeln. Insbesondere die Jugend war mit den bestehenden Verhältnissen nicht mehr zufrieden. Ich erinnere mich an die Botschaftsbesetzungen und die Flucht über Ungarn. Sehr entscheidend für den Mut des Volkes war Gorbatschows: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Es war nicht zu befürchten, dass, wie am 17.6.1953, sowjetische Truppen gegen unser Volk eingesetzt werden, und auf uns schießen.
Ich bin Jahrgang 1937 und engagierte mich im „Neuen Forum", Montagsdemos in Magdeburg und dann auch Donnerstagsdemos in Schönebeck/Elbe. Am 9.11.1989 war wieder mit Unterstützung der drei Pfarrer Schönebecks eine Demo, ausgehen von der Katholischen Kirche, angesetzt.
Nach dem Fürbittengottesdienst setzte sich der Demonstrationszug in Marsch. Die Pfarrer und wir vom Neuen Forum an der Spitze der Demo. Plötzlich trat ein junger Mann an uns heran: „Haben Sie schon erfahren? In Berlin wird die Mauer nach Westberlin geöffnet?" Wir haben diesen Mann sofort fest in „unsere" Reihe genommen und ihn gebeten diese Nachricht nicht nach „hinten" in den Demo-Zug weiterzugeben. Unsere Demo wäre nach dieser Nachricht sofort auseinandergeflogen.
Nach ca. einer Stunde eilten alle Teilnehmer sofort an die TV-Geräte.

Jobst Gärtner


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