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Eine kurze Vorgeschichte: Arnd war mein Schulfreund, er ging in meine Parallelklasse. Wir wohnten nur einen Wohnblock auseinander und unternahmen sehr viel miteinander. Arnd F. zog 1958 nach Hamburg und erlernte dort den Beruf eines Drehers. Nach dem Wegzug von Arnd ging auch unsere Beziehung auseinander. Arnd lernte im Westen seine Gisela kennen und sie zogen nach Köln und heirateten am 16. November 1964. Ich bin Dieter Lippert und wohne in Brandenburg an der Havel. 1971 lernte ich meine Helma kennen und lieben und im Juni 1973 wurde geheiratet. In den 80er Jahren frischte sich unsere Beziehung zu Arnd wieder auf und die beiden konnten uns für teures Geld besuchen! Die erste Einladung kam Anfang 1989 zum 50. Geburtstag von Gisela, da aber keine Verwandtschaft mit ihr bestand, trauten wir uns nicht einen Besucherantrag zu stellen – für den 29. Juli. Im Frühjahr 1989 dann die Einladung zur Silberhochzeit am 16. November. Wir mussten und wollten ja nun einen Besucherantrag stellen. Da Helma als Erzieherin im Kindergarten arbeitet, war es nicht tragbar in den Westen zu fahren – Basta!!! Ich versuchte einen Trick bei der Meldestelle, indem ich bei dem Gespräch dreimal versicherte, dass Arnds Oma (Name Bauer) und meine Oma (Name Schmidt), beide vorher verstorben, Schwestern seien. Dies stimmte natürlich nicht. Zum Schluss kam heraus, laut Beamter, Arnd und ich seien vom Verwandtschaftsgrad Großcousins und auch ich durfte nicht fahren. Für die entgangene Reise in den Westen buchten wir eine Wochen nach Oberwiesenthal an den Fichtelberg. Wir fuhren mit unserem Trabant dorthin und wohnten privat in einem bescheidenen Zimmer. Zum Essen gingen wir ca. 10 Minuten zum FDGB Heim. Als wir am Sonnabend, dem 10. November, zum Frühstück kamen, tuschelten alle die Grenze ist offen – für uns war dies irgendwie nicht verständlich. Beim Mittagessen war es allgemeines Gespräch: Die Grenze zur BRD ist OFFEN! Wir gingen zum Zeitungskiosk. Hier sahen wir die ersten Nachrichten mit Bildern der Grenzöffnung. Jetzt glaubten wir es. Am Montag dann die Rückfahrt nach Brandenburg. Dort angekommen gingen wir gleich zum Bahnhof, um die Zugverbindung nach Köln nachzuschauen. Am Dienstag ging ich dann noch mal zur Arbeit, um neuen Urlaub zu beantragen. Ich hatte noch fünf Tage, Helma leider nicht mehr. Nachmittags gab ich ein Telegramm nach Troisdorf auf – dort wohnten jetzt Arnd und Gisela, es liegt zwischen Köln und Bonn: „Komme Donnerstag 21 Uhr in Köln an, bitte abholen, Gruß Dieter“. Am Donnerstag um 13 Uhr saß ich im Zug, er kam aus Görlitz und ich konnte abends den Kölner Dom vom Zug aus bestaunen. Am Sonnabend fand dann die wunderschöne Silberhochzeitsfeier in einem sehr guten Restaurant statt. Seitdem treffen wir uns regelmäßig, mal in Troisdorf und mal in Brandenburg – herrlich! In fünf Jahren steht die goldene Hochzeit von Gisela und Arnd an.
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