Mein Herbst 89 - Erlebnisberichte
 
Eine Aktion von
logo_dg
logo_superillu
logo_bsa
logo_20jahre
 
 
Schirmherr der Aktion
bm_tiefensee
BM Wolfgang Tiefensee
bmvbs_c_m2
 
 
Monika Guder: Schicksalsjahr 1989

Es begann mit der Genehmigung im Juli 89 zum 80.Geburtstag meiner Tante Gertrud Radtke nach Berlin-Wilmersdorf zu reisen. Kurz zuvor war in unserem Bekanntenkreis eine Frau aus Berlin-Reinickendorf, Brigitte Bucher-Baier in Frankfurt (Oder). Sie gab mir ihre Adresse, dass ich sie im Juli in Berlin besuchen könne. Diese Einladung nahm ich gern an. Denn was sie mir zeigte, überstieg all meine Erwartungen.
Angefangen mit der Besichtigung der Oper, Funkturm, Velodrom, Bibliothek, Reichstagsgebäude, Europacenter, Steinstücken u.v.m.
In Berlin-Lübars, einer ländlichen Idylle inmitten Berlins, aßen wir zu Mittag im „Dorfkrug zum lustigen Finken".

Das was ich zu sehen bekam an einem Tag habe ich in vielen Jahren nicht erlebt. Der Tag klang aus mit einer Fahrt auf dem Tegeler See mit der Havel-Queen.
Der krönende Abschluss war der Besuch der „Mauer".

Dort stand zu lesen:

- Sie verlassen jetzt Westberlin! -

Wie denn?

Die getöteten Soldaten konnte man auf den Gedenktafeln lesen. Beeindruckend und traurig zugleich. Das war der Juli 89.

Im September, in der Nacht vom 10. zum 11.09.89, dem 19.Geburtstag unserer Tochter Melanie, nutzte sie um mit ihrem damaligen Freund über Ungarn in den Westen zu gehen.
Erst Auffanglager, dann Dinkelsbühl, Beckum, Krefeld und jetzt Tönisvorst.
Sie bekam die gesamte Erstausstattung geschenkt und wurde sehr liebenswert aufgenommen. Ein unbeschreibliches Gefühl für sie. Auch Arbeit bekam sie in Beckum sofort. Sie ist gelernt Fachverkäuferin. Nur für uns, ihre Eltern Bodo und Monika Guder, war es sehr schmerzhaft. Wann werden wir unser Kind wieder sehen? Ein Besuchsantrag wurde abgelehnt!

Als dann am 9.November 89 sich die Grenzen öffneten, waren wir mit die Ersten, die die Öffnung der Mauer miterlebten. Eiskalte Nacht, was wir überhaupt nicht spürten vor Aufregung. Die Menschen schliefen auf der Erde im Europacenter. Wir bekamen Tee und Kaffee angeboten.
Wer hätte das gedacht!

- Das emotional schönste Erlebnis -

Schon im Dezember 1989 konnten wir Weihnachten mit unserer Tochter verbringen und uns wieder glücklich in den Armen liegen.


Guder_Blick_auf_die_Mauer

Guder_die_Mauer

Guder_Wiedersehen