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Barbara Wrabetz: Ein spontaner Ausflug über die Grenze |
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Zur Wendezeit war ich 46 Jahre alt und Leiterin einer Konsum Jugendmode Verkaufsstelle. Wir planten einen Brigadeausflug nach Berlin mit Besuch des Friedrichstadtpalastes. Am 9. November 1989 in Berlin angekommen, fuhren wir zum Jugend-Touristen-Hotel Friedrichsfelde. Dort telefonierte ich mit meiner Tochter, die damals schon in Berlin wohnte. Sie sagte mir, dass die Grenzen auf sind. Ich wollte es nicht glauben, aber im Hotel wurde es bestätigt. Aus diesem Grund mußten wir auch am nächsten Tag Friedrichsfelde verlassen und nach Berlin Grünau in eine andere Jugendherrberge umziehen. Wir waren 5 Kolleginnen mit ihren Ehemännern. Wir setzten uns zusammen und haben dann entschieden, wir gehen nicht in den Friedrichsstadtpalast, sondern über die Grenze. Was wir dann am nächsten Tag in Richtung Invalidenstraße erlebten, kann man kaum in Worte fassen. Es war beängstigend, es war grausam diese Menschenmassen. Nach fünfstündigem Schieben, man kam ja auch nicht wieder heraus, waren wir über die Grenze gekommen. Die riesigen Sattelschlepper, die dann auf der „anderen Seite" Beutel mit diversen Sachen verteilten, erzeugten nochmal Chaos. Jeder war glücklich über den Inhalt. Weiter ging es zur Bank um die 100,- DM abzuheben. Dann waren die Nerven am Ende, wir lagen uns in den Armen und weinten. Jeder plante auf seine Weise die 100,- DM auf den Kopf zu hauen. Man hätte am liebsten den ganzen Westen leer gekauft. Körperlich am Ende begaben wir uns auf den Heimweg nach Friedrichsfelde, um die Koffer zu holen und dann nach Grünau zu fahren. Wir kamen dann ca. 24 Uhr dort an. Ich weiß heute nicht mehr, wie wir das geschafft haben.
Teil 2
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