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Hans Joachim R.: 1989 als Offizier der DDR-Passkontrolleinheit in Berlin |
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Der 9. November 1989 war ein kalter Tag und mein Sohn hatte seinen 18. Geburtstag. Welch ein Tag, und die Mauer wurde an der Bornholmer Straße geöffnet. Die Reaktion der dort tätigen Kräfte kann man nicht hoch genug loben!
Am 10. November kam die Weisung, dass der Potsdamer Platz geöffnet werden soll. Wir haben noch in der Nacht eine Expedition durch den Bahnhof gemacht. Alles sah genauso aus, wie am 13. August 1961, als alles zugenagelt wurde. Am Kiosk fanden wir ein mit Kreide beschriebenes Schild mit der Aufschrift „Nächste Bockwurstlieferung am 16.08“. Alles wurde einfach so gelassen und zugemauert mit viel Beton.
Oberhalb spielten sich derweil Dramen ab. Der Aussichtsturm auf Westberliner Seite war brechend voll. Wir haben zusammen mit der Westberliner Polizei und Britischen Soldaten versucht, Ordnung zu schaffen. Aussichtslos. Man muss sich das Ganze einmal veranschaulichen. Wir zusammen mit denen! Eine Woche vorher wären uns diese Dinge nicht einmal im Schlaf gekommen. Die Menschen waren so glücklich, sie haben uns in den Armen gelegen und wir haben hemmungslos geweint. Alle Stars der TV-Szene, Politiker und der Regierende Bürgermeister von Berlin mit Megafon waren da, um uns zu helfen. Es war die größte Party und eine Freiheitsfeier, die ich in meinen Leben nicht mehr vergessen werde!!!
Noch eine Episode:
Wir fuhren am 26. November 1989 mit dem Grenztrabi zur Potsdamer Straße, um von dem Westgeld was wir bekamen, Döner für alle zu holen. Unterwegs kam uns ein Westberliner Streifenwagen entgegen, deren Gesichter und deren Freude ich heute noch sehe. Wir waren in Uniform! Die Menschen am Dönerstand fragten uns, ob wir denn auch echt wären. Es war eine Sensation, denn wie gesagt, noch eine Woche vorher war das unvorstellbar. Ich glaube, beim Schreiben werde ich ganz aufgeregt. Ich muss der Ehrlichkeit wegen noch hinzufügen, dass die Einheiten der Passkontrolle dem MFS unterstanden. Aber das war uns dann schei......egal!! Denn wir standen ja auch am Flughafen und haben die weite Welt geschnuppert. Meine Ehre als Offizier verbot es, gegen mein Volk in dieser Situation zu handeln. Wir wollten auch nicht mehr.
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